Zukünftiger Städtebau mit Quartierslösungen

Zukünftiger Städtebau mit Quartierslösungen - Ludes & Mehr

Gemeinschaftlich durchdachtes Zusammenleben – Wohnraum wird wertvoller durch Knappheit in Städten. “Diese Problematik erfordert neue Wohnkonzepte – ein Thema Quartierslösungen.”

Sowohl die weltweite Auseinandersetzung mit Themen wie Klimaschutz, Mobilität und Energieeffizienz als auch die Auswirkungen der aktuellen Krisen stellen zahlreiche Branchen, vor allem die Baubranche, vor noch nie zuvor dagewesene Herausforderungen. Große Herausforderungen bestehen in der Errichtung von anpassungsfähigen Lebensräumen, die sowohl der aktuellen Nachfrage entsprechen als auch zukünftigen Generationen optimal dienen werden, ist Christian Ludes, Projekt- und Immobilienentwickler aus Oldenburg in Niedersachsen überzeugt.

Einen möglichen Lösungsansatz sehen verantwortliche Unternehmen und Investoren im Bau von ineinander abgestimmten Quartieren. Der Trend zu Quartierslösungen ist seit einigen Jahren klar erkennbar in deutschen Metropolen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt, Köln, München, Stuttgart, Leipzig, Dresden. Mittlerweile werden in Städten wie Oldenburg, Münster, Erfurt, Erlangen, Ingolstadt oder Regensburg, die zu den Hidden Champions zählen, sowie in touristischen Destinationen beispielsweise an der Nord- und Ostsee Quartiere als anpassungsfähige Lebensräume entwickelt. Eine Herausforderung liegt im Umdenken der Wohnraumlösung. “Weg von Einzelgebäuden auf die Erweiterung der Quartiersebene, mit dem Ausschöpfen der Potenziale als Raum für Umwelt- und Klimaschutz”, darin sieht Christian Ludes die Herausforderungen für zukünftige Stadtplanungsprojekte. Doch was genau wird unter Quartierslösungen verstanden und welche Herausforderungen erwartet die Immobilien- und Baubranche?

Quartierslösungen: Zuhause, Gemeinschaft, Wohlfühlen

Mit Quartierslösungen wird Lebensqualität verknüpft. Die Menschen verbinden damit Ankommen, Wohlfühlen und Identifikation mit dem Wohnort. Welche Besonderheit bieten Quartierslösungen? Christian Ludes erklärt, dass der ausgewogene Mix an Miet- und Eigentumswohnungen, die Einbindung von Kleingewerbe sowie attraktive Frei- und Gemeinschaftsflächen, die Verfügbarkeit von Nahversorgung, eine moderne Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur, gute Bildungseinrichtungen und soziale und kulturelle Angebote in erfolgreichen Quartierslösungen vereint sein müssen. „Eine weitere Besonderheit besteht durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Dienstleistungen innerhalb eines Quartiers”, so Ludes. Dabei kann es sich beispielsweise um die Zusammenkunft von Wohn- und Gewerbeimmobilien, aber auch von generationsübergreifenden Quartieren handeln. Es geht in allererster Linie darum, optimale Alternativen zu den herkömmlichen Immobilien zu schaffen. Quartiere als Einheit zwischen der Architektur eines Gebäudes, dem Städtebau inklusive Landschaftsgestaltung und Nachhaltigkeitsaspekten, ist Ludes überzeugt.

Moderne Stadt- und Quartiersentwicklung ist ein Schlüssel für die Erreichung der notwendigen ökonomischen Ziele in der Gebäudewirtschaft. „Im Gegensatz zu einzelnen Gebäuden ermöglichen Quartierslösungen zukünftig, die Wirkung der jeweiligen Gebäude zueinander, als auch auf ihre Umwelt ideal umzusetzen und gleichzeitig umweltfreundlich zu gestalten”, sagt Ludes. 

Quartierslösungen - Ludes & Mehr

 

Städtebauliche Perspektiven und ihre Herausforderungen

Sei es der Wunsch, auch im späteren Alter noch in den eigenen vier Wänden leben zu können, oder als Student eine bezahlbare und gleichzeitig gut angebundene Wohnlösung zu finden. Die Nachfrage nach durchdachten, dem demografischen Wandel angepassten Wohnräumen ist größer denn je. Christian Ludes gibt zu bedenken, dass sich nicht zuletzt durch die Pandemie mit den Lockdown-Phasen viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen an die Arbeit von zu Hause aus gewöhnt haben. Das alltägliche Leben findet zunehmend in der wohnungsnahen Umgebung statt. Nicht nur die Mischung aus Vielfalt und Integration beeinflussen die erfolgreiche Umsetzung eines Quartiers, sondern auch kurze Wege, Digitalisierung und Vernetzung, Steuerung, Teilhabe, Partizipation, Sicherheit im Quartier, Urbanität, Regionalität und Baukultur mit den Zielen der verbesserten Umweltsituation bis hin zur Klimaneutralität.

Herausforderungen liegen in der Schaffung neuer Alternativen, die wohnungsnahe Infrastruktur, leistungsfähige informations- und kommunikationstechnische Anschlüsse ermöglichen und gleichzeitig die Qualitätsanforderungen erfüllen. „Aber auch der ökologische Fußabdruck spielt eine entscheidende Rolle, wenn es um neue Bauprojekte geht”, sagt Ludes. Mithilfe der sogenannten Sektorkopplung sollen der Wärmebedarf, erneuerbare Energien, Digitalisierung und viele weitere entscheidende Aspekte vereint werden. Neubaugebiete dienen als Basis für die Neuaufteilung des öffentlichen Raumes. Entscheidende Faktoren wie Arbeit, Wohnen und Freizeit sowie Nachhaltigkeit vereint in den neuen Projekten, um somit das alltägliche Leben zu vereinfachen und zu verbessern. Die Anforderungen an den Städtebau sind heutzutage um einiges komplexer, als sie es früher waren. 

Kreativ Quartier Potsdam – lebendige Innenstadt

Ein Beispiel für die Umsetzung einer Quartierslösungen verdeutlicht das Konzept des “Kreativ Quartiers” in der Potsdamer Innenstadt zwischen Plantage und Neuem Markt. Nach dem Rückbau der alten Feuerwache entsteht auf dem ehemaligen Areal ein Standort für die wachsende Kultur- und Kreativwirtschaft, kombiniert mit einem Wohnquartier. Insbesondere die Vielschichtigkeit der branchenübergreifenden Aspekte zeigt das immense Potenzial dieses Projekts auf. Durch das Zusammenspiel der Produktionsstätte, des öffentlichen Begegnungsraums sowie der Treffpunkte und Wohnorte soll ein lebendiger Mix entstehen. Diese lebendige Vielfältigkeit und die konstante Weiterentwicklung verlangen eine ausführliche Auseinandersetzung mit der Umgebung und entsprechendes Entwicklungspotenzial. 

„Zahlreiche Quartierslösungen finden sich auch im Oldenburger und Zwischenahner Land, wie zum Beispiel auf dem ehemaligen Fliegerhorstgelände in Oldenburg”, sagt Christian Ludes. Auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Oldenburg entstehen insgesamt 46 Wohneinheiten mit betreuten Wohnungsangeboten und Einheiten für gefördertes Wohnen. Die Zukunft von Quartierslösungen besteht darin, Lebensräume zu schaffen, die sowohl die Anpassung an soziale und demografische Herausforderungen berücksichtigen, als auch den Nachhaltigkeitsanspruch.